Die Messerschmitt Me 262 auch bekannt als Schwalbe oder Sturmvogel ist wohl eines der gefeiertesten Flugzeuge aller Zeiten. Es war der erste Düsenjäger in der Welt, welches in Serie produziert wurde. Für die Deutsche Luftwaffe rächte es sich, dass die Messerschmitt Me 262 nicht schon früher zur Verfügung stand. Vor dem Krieg und in den frühen Kriegsjahren, musste Messerschmitt die Prioritäten auf die Bf 109 und die Bf 110 legen, um diese Flugzeuge zu verbessern.

Die Me 262 ist nicht das erste Flugzeug mit Düsentriebwerk, welches flugfähig war.  Diese Ehre gebührt der Heinkel He 178 – ein Erprobungsmuster, angetrieben durch das Heinkel HeS 3B-Strahltriebwerk mit 550 kp Standschub. Der Erstflug der Heinkel He 178 erfolgte am 27. August 1939, wenige Tage vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges und knapp drei Jahre vor der Me 262.

Es folgte auch die Heinkel He 280 mit zwei Strahltriebwerke vom Typ Heinkel HeS 8A mit je 750 kp Standschub, welches als Jagdflugzeug konzipiert war. Jedoch kam es nie über die Erprobungsphase hinaus, so dass die Entwicklung von He 280 nicht mehr vom Reichsluftfahrtministerium (RLM) weiter verfolgt wurde. Was letztendlich das Ende für dieses Muster bedeutete.

Heinkel war mit Ihrem Entwurf für ein Jagdflugzeug mit Strahltriebwerk schon weit fortgeschritten, als Messerschmitt am 4. Januar 1939 den Auftrag von RLM erhielt ein solches Flugzeug zu entwerfen.

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Entwicklung und Erprobung

Messerschmitt’s Projektleiter Dipl.-Ing. Woldemar Voigt konzipierte das als Projekt 1065 bezeichnete Entwurf und der erste Prototyp wurde von einem Junkers Jumo 210-Kolbenmotor angetrieben, da die Strahltriebwerke noch nicht verfügbar waren.

Das Projekt 1065 V1 wurde von Messerschmitt Me 262 V1 neu gestaltet und am 18. April 1941 wurder der Erstflug durchgeführt. Es gabe jedoch keine Eile, denn die Produktion von Bf 109 und Bf 110 hatten weiterhin eine viel höhere Priorität.

Erst Mitte November 1941 waren die Strahltriebwerke von BMW verfügbar. Am 25. November 1941 startete die Me 262 V1 mit zwei BMW-Versuchstriebwerken zum Testflug. Dabei fingen die Triebwerke Feuer und Testpilot Fritz Wendel konnte die Maschine notlanden. Es stellte sich heraus, dass beide Turbojets gebrochene Verdichterschaufel hatten, die BMW nicht erklären konnte. Dies führte zu einer Verzögerung bei der Entwicklung der BMW-Triebwerke, die bis Oktober 1943 dauern würde.

Zum Glück hatte Junkers im Sommer 1939 einen Entwicklungsvertrag für Turbojets erhalten, und die Arbeit war gut verlaufen. Die ersten Testläufe der Junkers Jumo 109-004 im November 1940 zeigten große Probleme, aber diese Probleme waren bis August 1941 größtenteils gelöst worden.

Zwei Junkers Jumo 109-004 A-0 Vorserien-Triebwerke wurden an Messerschmitt geliefert, die an der Me 262 V3 installiert wurden. Die Junkerstriebwerke waren größer und schwerer als die von BMW und konnten 8,7 kN Schub leisten. Die Zunahme von Gewicht und Größe erforderte größere Gondeln und ein größeres Heck.

Erstflug

Flugversuche begannen im Juli 1942, waren aber erfolglos, da die Me 262 V3 nicht von der Startbahn abheben konnte. Die Me 262 V3 hatte noch ein Heckspornrad, diese bedeutete, dass das Heck von den Tragflächen verdeckt waren und so auch die notwendige Anströmung nicht erreicht werden konnte. Der Pilot Fritz Wendel konnte die Maschine nur starten, in dem er kurz auf die Bremse trat, um das Heck anzuheben und so eine ausreichende Anströmung der Höhenruder zu erreichen. Mit dieser Methode startete die Me 262 V3 am 18. Juli 1942 ihren Jungfernflug.

Danach erweckte Sie großes Interesse von Adolf Galland, General der Jagdflieger, der voll des Lobes über die Me 262 war. Anschließend wurde am 25. Mai 1943 entschieden, dass Messerschmitt einen ersten Auftrag für 100 Flugzeuge erhalten würde. Doch am 17. August 1943 bombardierte die  8. US Luftwaffe Regensburg und zerstörte die meisten Produktionsstruktur der Me 262, die die Produktion beträchtlich verzögerten.

Im Einsatz

Die ersten Me 262 wurden im Frühjahr 1944 zugewiesen und das Erprobungskommando 262 begann sofort die Me 262 einzusetzen.  Wie erwartet hat sich die Me 262 in der Rolle des Abfangjägers gut behauptet, hauptsächlich wegen der hohen Geschwindigkeit und der schweren Bewaffnung. Sie wurde auch effektiv als Hochgeschwindigkeitsaufklärer verwendet.

Der erste Luftsieg mit Messerschmitt Me 262 gelang Leutnant Alfred Schreiber am 26. Juli 1944 mit dem Abschuss einer de Havilland Mosquito. Allein 28 Piloten erreichten mit der Me 262 des Status eines Flieger-Asses. Der Pilot mit den meisten Abschüssen in einer Me 262 (Werk-Nr. 110635) war Oberleutnant Kurt Welter, Kommandant bei 10./NJG 11. Er erzielte insgesamt 29 Abschüsse. Davon 25 De Havilland ‘Mosquito’ und zwei vier-motorige Bomber. Diese Quote zeigt auch, dass die Me 262 der gefährlichste Gegner der Mosquito war.

Die Me 262 war bei den Tag- und Nachteinsätzen der alliierten Bomber ständig eine große Bedrohung. Es war sehr schwer die Me 262 beim Luftkampf zu treffen, geschweige denn abzuschießen. Mit der Zeit lernten die alliierten Jäger, dass die Me 262 beim Start und bei der Landung am verwundbarsten waren und griffen die Me 262 oft in diesen Situationen an. Nicht ungewöhnlich, dass der Flugplatz von schweren Flak und Bf 109 oder Fw 190 geschützt wurde.

Hitler’s Blitzbomber

Entgegen der landläufigen Meinung, glauben einige Leute, dass das Me 262 Programm nicht am meisten verzögert wurde, weil Hitler es als Bomber einsetzen wollte. Im Herbst 1943 war Deutschland in Russland und Italien auf dem Rückzug und gar einen dringenden Bedarf an schnelle Jagdbomber. Der schnellste von allen war die Me 262 bei den Tests.

Am 26 November 1943 wurde die Me 262 Hitler vorgestellt und es kam die Frage, ob die Me 262 eine Bombenlast von 1.000kg tragen könne, ohne komplizierte Modifikationen.  Professor Willy Messerschmitt war ebenfalls anwesend und bejahte. Es könne innerhalb von zwei Wochen durchgeführt werden. Hitler stimmt der Produktion als Bomber zu und es war ein strategischer Fehler, da die Me 262 als Jagdflugzeug konzipiert worden war.

Die meisten Verzögerungen wurden bereits durch die Unzuverlässigkeit der Strahltriebwerke verursacht. Was die Sache noch schlimmer machte, waren auch schlechte Legierungen in Deutschland, was die Qualität der Motoren verschlechterte und die Gesamtlebensdauer eines Motors auf nur 25 Stunden Flugzeit reduzierte. Alle 10 Stunden musste der Motor zusätzlich komplett überholt werden.

Verleib

Von den 1368 gebauten Maschinen, existieren heute nur noch 9 Flugzeug, einige als Nachbauten und stehen in verschiedenen Museen.

  • Deutsches Museum in München
  • National Air and Space Museum (NASM) in Washington, D.C.
  • Royal Air Force Museum in London
  • National Museum of the United States Air Force in Dayton
  • South African National Museum of Military History in Johannesburg
  • Australian War Memorial in Canberra, ACT
  • Technisches Museum in Sinsheim (Replik)
  • Luftfahrtmuseum Kbely, Prag Nachkriegsbauten als S-92 und CS-92
  • National Museum of Naval Aviation, Pensacola

Trivia

Obwohl die Royal Air Force ab Juli 1944 die Gloster Meteor einsetzte, sind sich die Meteor und der Me 262 nie begegnet.

Quellen: